Mittwoch, 6. Februar 2008
WER SCHREIBT UND KOMMENTIERT WEBLOGS?
Eine derzeit geführte Diskussion befasst sich intensiv mit dem Problem von Kommentaren, die in ihrer Qualität unzureichend oder sehr minderwertig sind und somit die Qualität des gesamten Blogs in Frage stellen.
Das Landgericht Hamburg, so berichtet die FAZ am 07.12.07 hatte Stefan Niggemeier, der selber auch für die FAZ schreibt, sowie Mitherausgeber von Bildblog.deist, untersagt eine rechtswidrige Äusserung zu verbreiten, die ein Leser im Weblog Niggemeiers abgegeben hatte. Der Leser hatte den Kommentar nachts um 03:37 Uhr verfasst. Herr Niggemeir selbst hat die Nachricht am selben Tag um 11:06 Uhr gelöscht. Dem Gericht war dies nicht genug. Es verlangt eine »erhöhte Prüfungspflicht«.

Dieses Urteil könnte allerdings allen helfen, die verhindern wollen, das über brisante und kontroverse Themen spontan in Weblogs berichtet wird, denn darauf folgen könnte immer eine heftige Reaktion der Leser.
Eine erste Reaktion auf dieses Urteil war vielleicht der Entschluss der Süddeutschen Zeitung, keine Kommentare zwischen 19 Uhr und 8 Uhr morgens zuzulassen. Auf diese Entscheidung folgten Proteste der SZ Leser im Internet. Man sieht durch diese Restriktion die Meinungsfreiheit und denn Sinn des Internets gefährdet. Aber wer ist »Man«?

In Deutschland führen nur ein Bruchteil der Internet-Nutzer einen Weblog, etwa 7 Prozent von Ihnen lesen darin. Dies sind vor allem Jugendliche, wie eine Studie von ARD/ZDF aus dem Jahr 2006 feststellt. Damit liegt Deutschland weit hinten im internationalen Vergleich.

»Eine Studie des Singapore Internet Research Centre unter etwa 1200 englischsprachigen Bloggern (Koh et al. 2005, S. 2ff) teilte die Blogs in zwei Kategorien ein: 73 Prozent der Befragten führten ein sogenanntes personal Blog, 27 Prozent ein non-personal Blog. Die Blogger der zweiten Gruppe schreiben vor allem, um „zu kommentieren“ und „Informationen zu liefern“. Ihr Ziel ist zudem, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Auch soziodemographisch unterscheiden sich die beiden Gruppen: Non-personal-Blogger sind zum Großteil Männer, die eine höhere formale Bildung als Personal-Blogger haben. Außerdem haben sie im Schnitt mehr Leser, aktualisieren ihr Blog häufiger und verbringen mehr Zeit damit.«
(Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Blog)

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politische bedeutung
je größer die möglichkeit der freien meinungsäußerung in der öffentlich ist, desdo weniger werden bloggs wahrgenommen. (z.B. die mikrige 7 % der internetnutzer in deutschland).

im vergleich dazu hat sich in ländern wie china der blog zum medium der subversion avanciert. wie pilze aus dem boden wachsen sie und dienen vielen journalisten, dissidenten, privatpersonen als platform der information , des freien meinungsaustauschs über missstände, die nicht regimkompatibel sind und sonst der zensur unterliegen. sie versuchen der Great Firewall of China zu entkommen, indem sie rote schlüsselwörter(z.B. demokratie, tibet) umschreiben durch "mutierte"zeichen oder indem sie immer wieder die adresse austauschen. dadurch entstand eine parallele bildsprache, die von allen gelesen werden kann.

das versteckspiel nimmt den ausmaß an nomadentum: informationen auf der flucht vor der zensur ohne aussicht auf rast – asylanten der anonymität im www.

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